Jun
19
2017

„Die Zunahme und Verbreitung von Wissen“ im digitalen Zeitalter

Seit Tausenden von Jahren und mithilfe unterschiedlicher Instrumente können die Menschen Punkt-zu-Punkt-Messungen durchführen, um ihre Umwelt zu dokumentieren, zu analysieren und zu verstehen. Erst seit Kurzem sind wir in der Lage, Tausende, Millionen und manchmal sogar Milliarden von Messpunkten zu erfassen, um sowohl die Dinge, die uns umgeben, als auch unsere physische Umwelt zu beschreiben. Mithilfe von Geräten wie Laserarmscannern und Laserscannern mit großer Reichweite können wir heute Museumsobjekte wie zum Beispiel Schädel in drei Dimensionen mit unglaublicher Wirklichkeitstreue erfassen.
Wenn wir die Daten erfassen, können wir den Inhalt mit unserem 3D-Viewer auf 3d.si.edu ausliefern, und wir stellen die Daten zudem kostenlos für jedermann bereit, sodass ein Lehrer oder Schüler ein Replikat verfügbarer Objekte herstellen kann, wie zum Beispiel Abraham Lincolns Lebendmaske, mit einem Verbraucher-3D-Drucker. Seit Neuestem speisen wir 3D-Daten aus dem Smithsonian-Museum in VR- und AR-Systeme ein, sodass Sie unabhängig von Ihrem Standort auf der Erde Objekte der Smithsonian-Sammlung oder von wissenschaftlichen Forschungsstandorten in einer voll immersiven Umgebung anzeigen, mit ihnen interagieren und sie bewundern können.

(1) Jonathan Blundell verwendet den Armscanner von Faro zur Dokumentation der Skulptur einer griechischen Sklavin (Foto: Smithsonian American Art Museum).

Im Frühjahr 2015 arbeitete das Smithsonian-3D-Team mit dem Smithsonian American Art Museum beim 3D-Scannen des Modells von Hiram Powers Skulptur Griechische Sklavin (1843) zusammen. Vincent Rossi und Jonathan Blundell scannten das Objekt mit Photogrammetrie und dem Faro-Laserarmscanner und lieferten die Daten online mit dem Smithsonian-3D-Viewer aus. Das Team erzeugte zudem eine 1:1-Replik per 3D-Druck, die in der Renwick Gallery ausgestellt wurde. Jetzt kann jeder, der über eine Internetverbindung verfügt, die 3D-Daten der griechischen Sklavin anzeigen und herunterladen.

(2) Eine Replik aus Glaspolymer von Hiram Powers „Griechischer Sklavin“ im Octagon Room der Renwick Gallery des Smithsonian American Art Museum

2011 setzte das Smithsonian-3D-Team den Faro-Laserarm und Faro Focus-Scanner zur Dokumentation einer fossilen Walfundstätte in der Atacama-Wüste in Chile ein. Beim Bau der Panamericana entdeckten Bauteams Dutzende fossiler Walskelette, die 5 Millionen Jahre alt waren. Der Straßenbau wurde unterbrochen, sodass die Exemplare sicher extrahiert werden konnten. Doch war der Zeitrahmen extrem kurz, und das Smithsonian-Team hatte nur fünf Tage Zeit, um die Umgebung und die am besten erhaltenen Exemplare in 3D zu erfassen. Durch die 3D-Scan-Technologie erfassten die 3D-Scans die Fossilien, Kontextinformationen und die Umgebung. Während die Fossilien aus dem Boden extrahiert wurden und jetzt sicher im chilenischen Nationalmuseum für Naturkunde verwahrt werden, besteht die Stätte nur noch in Form der 3D-Scan-Daten, die das Smithsonian-Team erfasst hatte. Die Kontextinformationen haben sich für die Forscher am Smithsonian National Museum of Natural History als unschätzbar wertvoll erwiesen.

(3) Vincent Rossi scannt einen fossilen Wal in 3D in der Atacama-Wüste in Chile (Foto: Dr. Nicholas Pyenson, NMNH)

Das Smithsonian-Museum hat nur an der Oberfläche der Möglichkeiten gekratzt, die 3D-Erfassung und -Bereitstellung bieten. Es ist unglaublich aufregend zu sehen, was die Zukunft bereithält. Fortschritte in der Technologie der 3D-Erfassung könnten es möglich machen, unsere Abläufe zu automatisieren, sodass wir ganze Sammlungen statt einzelner Objekte scannen und somit diese Sammlungen für die ganze Welt zugänglich machen können.

Beitrag von: Vincent Rossi, Leitender Verantwortlicher für das 3D-Programm im Digitization Program Office, Smithsonian Institution

Das Digitization Program Office ist eine zentrale Stelle in der Abteilung des Chief Information Officer des Smithsonian und arbeitet mit allen 19 Smithsonian-Museen und 9 Forschungszentren zusammen. Durch harte Arbeit und eine Reihe wichtiger Partnerschaften im Technologiesektor hat sein 3D-Digitalisierungsprogramm-Team, das aus nur fünf Mitarbeitern besteht, das Smithsonian als führenden Akteur im Bereich 3D-Technologien für Museen etabliert. Mit 154 Millionen Objekten in der Smithsonian-Sammlung, von denen weniger als 1 Prozent ausgestellt wird, hat das Smithsonian eine fantastische Möglichkeit, die 3D-Scantechnologie zu nutzen und einen größeren Teil der Sammlung für jeden weltweit zugänglich zu machen, der über eine Internetverbindung verfügt.

3D-Digitalisierung unterstützt das Ziel des Smithsonian, einen allgemeinen und universalen Zugang zu unseren unvergleichlichen Ressourcen bereitzustellen. Digitale Sammlungen machen das Smithsonian zu einer weltweit zugänglichen Ressourcenplattfom, mit der Forscher Kenntnisse verknüpfen und Lehrer Wissen verbreiten können, wo immer auf der Welt sie sich befinden.

 

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